Mitteilungen des Referats für die
Kulturgüter der Orden - MiRKO

Kapuzinerbibliotheken. Versuch einer historiographischen Profilierung[1]

Hanspeter Marti (Arbeitsstelle für kulturwissenschaftliche Forschungen, Engi, Schweiz)

Allgemein gehaltene Aufsatztitel sind ambitiös und daher mit einem kurzen Passus der Legitimation einzuleiten. Meine Darlegungen stützen sich auf die genauere Kenntnis einer verhältnismäßig kleinen Anzahl Schweizer Kapuzinerbibliotheken (12 von 36), schließen Südtirol sowie am Rand solche in Österreich ein[2]. Dass die angrenzenden Gebiete des östlichen Nachbarlands in den komparatistischen Versuch überhaupt einbezogen werden können, verdanke ich dem vor 105 Jahren veröffentlichten Überblick des Kapuzinerpaters Peter Zi(e)rler (1865‒1930)[3], dessen Pionierarbeit, soweit ich weiß, bislang niemand fortgesetzt hat. Immerhin boten das Handbuch der historischen Buchbestände in der Schweiz, das gleichnamige Projekt in Österreich und das unter dem Titel Erschließung Historischer Bibliotheken in Südtirol verwirklichte Vorhaben die Chance, die bis dahin namentlich im deutschen Sprachbereich weitgehend unbeachteten Bibliotheken der Kapuzinerkonvente zum Thema von Bibliotheksgeschichte und historischer Statistik zu machen. Fünf Kapuzinerbibliotheken der Deutschschweiz (Luzern, Solothurn, Stans, Sursee und Zug) wurden auf meinen Vorschlag hin in das Schweizerische Inventar der Kulturgüter von nationaler Bedeutung aufgenommen[4]. Schließlich wirkte ich von 1991 bis 1995 am trilateralen Forschungsschwerpunkt Internationalität und Regionalität mit, unter dessen Dach ein Projekt Aufnahme fand, das sich mit dem Verhältnis einzelner Klosterbibliotheken zur Aufklärung im 18. Jahrhundert beschäftigte. Meine Aufgabe war es, die Kapuzinerbibliothek auf dem Wesemlin in Luzern unter diesem Blickwinkel zu untersuchen. Die Faszinationskraft des Themas veranlasste mich, in enger Abhängigkeit von der offiziellen Forschungsarbeit weitere Büchersammlungen (z.B. die des Kapuzinerklosters Zug) kennenzulernen. Ich bitte um Nachsicht, wenn die folgenden Bemühungen, einen Mittelweg zwischen falscher Verallgemeinerung und mikrohistorischer Profilierung des Einzelfalls zu finden, scheitern sollten. Den Erfahrungsaustausch im Rahmen der Jahrestagung 2016 der kirchlichen Bibliotheken in der Zisterzienserinnenabtei Gwiggen weiß ich auch im Rückblick sehr zu schätzen.

Ordensstatuten

Wie die auf das Jahr 1529 zurückgehenden Statuten von Albacina zeigen, gehörte seit der Gründung des Kapuzinerordens eine im Vergleich mit Prälatenklöstern kleine Bibliothek zu jedem Konvent. Dies schien im frühen 20. Jahrhundert so selbstverständlich, dass die vom Kapuziner Magnus Künzle 1928 herausgegebene Festschrift zur vierten Jahrhundertfeier des Ordens den Bibliotheken nicht einmal einen Beitrag widmete, stattdessen die in Druckschriften bezeugte Schweizer Ordenstradition mit einem bibliographischen Überblick würdigte sowie den Aufbau des kapuzinischen Schulwesens und den Unterricht an den ordenseigenen Gymnasien des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts eingehend behandelte[5]. Doch unproblematisch war das Verhältnis der Kapuziner zu Buch, Bibliothek und Gelehrsamkeit nicht.

Werfen wir einen Blick in ausgewählte frühneuzeitliche Ordensstatuten, welche die ambivalente Beziehung der Kapuziner zur Schriftkultur veranschaulichen. In einer 1644 in Innsbruck veröffentlichten Regeledition werden Tischlesungen vorgeschrieben, die sich auf die Ordensregel, die Heilige Schrift und nicht spezifizierte Andachtsliteratur erstrecken. Messbücher, eine weitere Gebrauchsgattung, von der in Kapuzinerbibliotheken erstaunlich wenige Exemplare aus der Frühen Neuzeit überliefert sind, sollen mit schlichten Einbänden versehen sein, ferner soll dem Heiligen Geist Gehör geschenkt werden, denn „sollen sowol die Leßmeister / als die Studenten / sich befleissen mehr dem Geist / als der Schrifft zu studieren und obzuligen / weil ja ohne den Geist der wahre Verstandt der Schrifft nit mag geschöpfft werden / sonder allein der einfeltige Buchstaben / welcher verblendet und tödtet“[6]. Den Predigern wird geraten, auf rhetorischen Schmuck (ornatus) und auf logische Spitzfindigkeiten zu verzichten, evangelische Schlichtheit an den Tag zu legen, sich also des stilus humilis zu bedienen. Denn „[…] weil der jenig / so Christum das wahre Buech deß Lebens nit zulesen und nachzufolgen weiß / kein Lehr zu predigen hat“[7]. Propagiert wird mit der Buchmetaphorik ein tätiges Christentum, das sich von den Affekten der Demut und der Liebe leiten lässt und das auf Buchwissen soweit möglich verzichten soll. Ein knappes Jahrhundert später, 1735, bestätigen in Pressburg erschienene Ordensstatuten mit leicht veränderten Worten die dem Buchstabenglauben misstrauende Vorschrift[8]. Wichtiger noch ist die seit den Anfängen des Ordens zentrale Bestimmung, die Kapuziner hätten dem Armutsgelübde zu folgen und daher privatem Buchbesitz zu entsagen. In beiden Editionen der Ordenssatzungen sind implizit die für den Aufbau der Kapuzinerbibliotheken maßgeblichen Prioritäten genannt: minimale Größe, die Bedeutung der in der Heiligen Schrift erzählten vita Christi und deren imitatio, die Präferenz der Andachtsliteratur sowie der Predigtpropädeutik, ausdrückliche Ablehnung profaner Werke, insbesondere antik-heidnischer Autoren. Trotz den Restriktionen, die von der Ordensregel auferlegt wurden, entstand im Laufe der Jahrhunderte ein breites Gattungsspektrum ordensspezifischer Literatur, das sowohl die theoretische Gottesgelehrsamkeit als auch das Ordensrecht und die Geschichte, inklusive historia litteraria, umfasst. Konsultiert man ferner die Bestände der Ordensbibliotheken, scheinen im Verhältnis der Kapuziner zum Buch die Ordenssatzungen der tatsächlichen intensiven Pflege der Schriftkultur zu widersprechen. Das fromme Leben wird von der den Ton angebenden Ordenselite dem Diktat sprachlich vermittelter Anleitung unterstellt. Daher erstaunt es nicht, dass die Bibliotheken der Kapuzinerkonvente im Laufe der Zeit die Funktion von Aufbewahrungs- und Gebrauchsstätten ordens- und praxisrelevanter, hauptsächlich theologisch-spiritueller Wissensbestände übernahmen. Das franziskanische Schriftgut zumindest bleibt bei den heute nicht seltenen Klosteraufhebungen und mit ihnen verbundenen Standortverlagerungen der Büchersammlungen oft in der Obhut einer zentralen Ordensbibliothek. Allerdings machten in den letzten Jahrzehnten hin und wieder größere Verkaufs- und Vernichtungsaktionen von sich reden, so solche der Bestände des Klosters im schweizerischen Dornach oder der Universitätsbibliothek Eichstätt-Ingolstadt als Standort riesiger Büchermengen, die von der zentralen Ablagebibliothek der Kapuziner in Altötting übernommen wurden. Die Frage nach der Trennung erhaltenswerter Bücher von der Makulatur stellt für die Entscheidungsträger eine nicht geringe Herausforderung dar. Mit der Zeit wandten sich vermehrt sowohl Bibliophile als auch die Forschung den lange wenig beachteten Kapuzinerbibliotheken zu. In Antiquariatskatalogen werden hin und wieder Bücher aus kapuzinischem Vorbesitz angeboten[9].

Kataloge

Den angekündigten Überblick hier vorzulegen wird durch die streng hierarchische Organisation des Kapuzinerordens begünstigt, die vom Generalministerium in Rom auf die Ebene der Provinzen, das heißt der Provinzialminister und der Definitorien, von dort bis zu den einzelnen Klöstern, deren Vorstehern und bis zu den von ihnen mit bestimmten Aufgaben betrauten Konventualen, darunter den Bibliothekaren, hinunterreicht. Das zentralistisch-hierarchische Ordnungsprinzip setzt sich auch in Bestimmungen zur Organisation bibliothekarischer Tätigkeit durch.

In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts machte sich in den Kapuzinerbibliotheken ein professioneller Umgang mit den Buchbeständen geltend, wovon zahlreich überlieferte alphabetische und nach Sachrubriken aufgebaute Bandkataloge zeugen, die da und dort in der ersten und/oder zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch neue ersetzt wurden, die ebenfalls zahlreich noch vorhanden sind.

Abb.1: Katalog der Kapuzinerbibliothek Luzern von 1761: Sachgruppe F: Predigten (aus: Marti, Die Kapuziner und das Licht der Aufklärung, 26).

 

Im Allgemeinen sind es in auffälliger historischer Kontinuität und Einheitlichkeit etwa 15 bis 25 Sachklassen, denen die Bücher auch noch im letzten Jahrhundert zugeteilt wurden.

Abb. 2: 18 Sachklassen: Katalog der Kapuzinerbibliothek Luzern von 1761.

Die theologischen Kontingente weisen eine systematische Untergliederung auf, da sie mehr als 90% der gesamten Bibliotheksbestände ausmachten. Die meisten Theologica fallen in allen mir bekannten Kapuzinerbibliotheken unter die Subkategorie ‚Predigt‘ sowie unter ‚Aszese, Mystik‘, bei den profanen Disziplinen, die geringe Bücherzahlen aufweisen, steht gewöhnlich die Historie mit einem allerdings beträchtlichen Bestand mengenmäßig an der Spitze. In den theologischen Disziplinen, aber auch unter den Geschichtswerken kann man einen ordensspezifischen Kanon ausmachen, der sich in der Moraltheologie unter anderem aus den Lehrbüchern der Franziskaner Benjamin Elbel (1690‒1756) und Anaklet Reiffenstuel (1641‒1703), in der Dogmatik aus dem voluminösen Opus des Ordensbruders Thomas von Charmes (1703‒1765), in der Geschichte aus den mehrbändigen Sammelausgaben französischer Autoren, so Claude Fleurys (1640‒1723), des Beichtvaters Ludwigs XIV., ferner des Ex-Jesuiten Antoine-Henri de Bérault-Bercastel (1722‒1794) und des Bischofs Antoine Godeau (1605‒1672), Mitglied der Académie française, zusammensetzt. Die Standortnachweise des auch im Internet zugänglichen, im Kapuzinerkloster Luzern aufbewahrten Zettelkatalogs Deutschschweizer Kapuzinerbibliotheken leisten bei der Rekonstruktion des Literaturkanons unentbehrliche Dienste[10]. Bei der Konsultation einzelner Sachkataloge fällt auf, dass in der Frühen Neuzeit französisch- und italienischsprachige Bücher, ungeachtet ihres Inhalts, oft in einer separaten Klasse, den Italici bzw. den Gallici, vereinigt wurden. Die erste der beiden Rubriken spiegelt erneut die organisatorische Struktur des Kapuzinerordens, dessen Nähe zu Rom, wo zeitweise auch Schweizer Konventualen in leitender Funktion tätig waren, die zweite Sachkategorie lässt sich mit der Anwesenheit von Militärkaplänen als geistlichen Betreuern der Schweizergarde am Hof des französischen Königs in Verbindung bringen.

Ausstattung der Bibliotheken, Buchvermerke und Provenienzen

Die Bibliotheken zeichnen sich durch Schlichtheit aus. Selbst in den Klöstern, die das Provinzialat beherbergen, sind sie im Unterschied zu denen der Prälatenorden kaum auf Repräsentation ausgerichtet. Der um 1730 verhältnismäßig opulent ausgestattete Bibliotheksraum im Kapuzinerkloster Luzern ist nur mit den Porträts der apostolischen Nuntien geschmückt.

Abb. 3: Raum der Kapuzinerbibliothek Luzern (aus: Marti, Die Kapuziner und das Licht der Aufklärung, 23).

 

Mit den Konventualen, welche die stabilitas loci nicht kennen, wechselten auch Bücher oft ihren Standort und kehrten, obwohl Bibliothekssatzungen und Erlasse von Provinzial und Definitorien die Rückgabe in die Herkunftsbibliothek stets forderten, nicht immer in das Kloster zurück, dem sie mit einem handschriftlichen Vermerk zugeschrieben wurden. Von den Folgen dieser Entfremdung örtlicher Zugehörigkeit kann man sich durch die Autopsie historischer Bestände rasch überzeugen.

Kapuzinerbibliotheken werden grundsätzlich dem Typus der Schenkungsbibliothek zugeordnet, eine Zuschreibung, die im Armutsgebot begründet ist und in den gewöhnlich beschränkten Mitteln ihre Erklärung findet. Den Kapuzinern standen, wie erwähnt, Publikationen nur zum Gebrauch zur Verfügung, was auch die in den Drucken oft angebrachten handschriftlichen Vermerke ad usum oder ex dispositione bestätigen, anhand welcher Konventualen identifiziert werden können, die Bücher oft verwendeten, meist Lektoren und Prediger. Donatoren der Kapuzinerkonvente waren hauptsächlich Weltgeistliche und Chorherrenstifte, seltener Jesuitenkollegien, vereinzelt nur Benediktiner und Zisterzienser.

Abb. 4: Buch im Besitz des heute aufgehobenen Kapuzinerklosters Sursee. Dieses Werk gehörte zum geschenkten Nachlass Jakob Widmers (ca. 1550‒1614), eines Chorherrn von Beromünster (aus: Marti, Das geistliche Arsenal, 71).

 

Hin und wieder überließen Pfarrer Kapuzinerklöstern in der Umgebung ihrer Wirkungsorte ihre ganze Bibliothek oder einen Teil davon, manchmal wurden den Kapuzinern Buchkollektionen geschenkt, für welche sie keinerlei Verwendung hatten. So fiel ein Teil der Bibliothek Karl Ludwig von Hallers (1768‒1854), des konservativen Berner Staatstheoretikers, Rousseaukritikers und Enkels des berühmten Mediziners und Dichters Albrecht von Haller (1708‒1777), an das Kapuzinerkloster Appenzell. Aus verschiedenen Gründen, hauptsächlich wegen Personalmangels, lehnen Kapuzinerkonvente es heute ab, Bibliotheken ordensfremder kirchlicher Institutionen in ihre Obhut zu nehmen. Immer wieder stößt man auf Geschenkexemplare weltlicher Obrigkeiten, städtischer Amtsträger, führender Politiker in den Landkantonen und von Offizieren. Da andere bibliotheksgeschichtliche Zeugnisse, vor allem Ausleihkataloge, meist fehlen, sind Gebrauchs- und Besitzvermerke in den Büchern die wichtigsten Quellen zur Geschichte von Kapuzinerbibliotheken, insbesondere weil zudem nur wenige Kataloge aus dem 16. und 17. Jahrhundert überliefert sind (Schweizer Ausnahme: Kapuzinerbibliothek Schwyz). Der geforderte unmittelbare Nutzen und der Gebrauchszweck der Bücher führten in den kapuzinischen Büchersammlungen einerseits zu periodischen Räumungsaktionen, die aus dem Vergleich zeitnah entstandener Kataloge detailliert nachzuweisen sind, andererseits wurden Druckschriften, vor allem Predigtsammlungen, bisweilen noch mehr als hundert Jahre nach ihrem Erscheinen verwendet. Die Provenienzforschung, die in den letzten Jahrzehnten bemerkenswerte Fortschritte machte, findet in den Bibliotheken der Bettelorden ein ergiebiges Betätigungsfeld, das bislang aber nur sporadisch genutzt wurde. Die Artikel über Deutschschweizer Kapuzinerbibliotheken im Handbuch der historischen Buchbestände[11] tragen diesem Erfordernis Rechnung: Ohne Kenntnis der Provenienzen wären die bibliotheksgeschichtlichen Abrisse wesentlich dürftiger ausgefallen. Selbstverständlich konnten im Handbuch nur die wichtigsten, immer wieder angetroffenen Hinweise zur Herkunft der Bücher, selten auch bedeutende Einzelprovenienzen berücksichtigt werden.

Namhafte Büchersammlungen aufgehobener Schweizer Kapuzinerklöster gelangten nach Luzern, wo sich die zentrale Bibliothek der Deutschschweizer Kapuziner befindet. Erst während der Arbeiten für das Handbuch der historischen Buchbestände in der Schweiz fiel auf, dass sich ein beträchtlicher Teil der Bibliothek des 1841 zusammen mit anderen Aargauer Klöstern aufgehobenen Kapuzinerkonvents Baden in Luzern erhalten hat.

Um die Geschichte der Kapuzinerbibliotheken zu schreiben, genügt die Sichtung von Altbeständen in noch bestehenden Niederlassungen nicht. Geschlossene Kollektionen kapuzinischer Provenienz befinden sich in Klöstern anderer Orden, so die Bibliothek der rätischen Kapuzinermission in der Benediktinerabtei Disentis und ein allerdings kleines Kontingent des 1848 aufgehobenen Kapuzinerklosters Frauenfeld (Thurgau) in einem Depositum der Stiftsbibliothek St. Gallen. Schweizer Kantonsbibliotheken, so in Appenzell-Innerrhoden, Freiburg, Solothurn und Stans übernahmen nach der Aufhebung von Kapuzinerklöstern in ihrer Region auf der Grundlage von Schenkungsverträgen die Verantwortung für die Aufbewahrung, Verwaltung und Zugänglichkeit der erworbenen Bücher. Diese staatlichen Bibliotheken erfüllen schweizweit eine wichtige kulturpolitische Aufgabe.

Aber es wäre falsch, in sämtlichen Kapuzinerbibliotheken Institutionen zu sehen, die ihre Existenz allein Schenkungen verdankten. Bereits in der Frühen Neuzeit, vor allem in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, wurden größere Bücherkäufe getätigt. Letztere sollten zum Beispiel dem langjährigen Schul- und Noviziatskloster Zug zu Ausbildungszwecken im Kampf gegen die als Bedrohung erfahrene Aufklärung dienen. Provinzialminister Gotthard Weber (1734‒1803) schaffte in der Zeit von 1783 bis 1803 rund 1200 Bände an, darunter sogar verbotene Bücher zum Naturrecht und protestantische Literatur anderer Sachgebiete.

Bisweilen enthalten Werke des konfessionellen Gegners von Kapuzinerhand eingefügte bissige Kommentare, welche die Mitbrüder vor der Lektüre warnen, so das Luzerner Exemplar von Albrecht von Hallers Alfred, König der Angelsachsen oder die in Solothurn vorhandene Chronica des gantzen Teutschen lands Sebastian Francks (um 1500‒1543), eines Anhängers des mystischen Spiritualismus, der auch vor dem Urteil orthodoxer Protestanten keine Gnade fand. Die geringere Toleranz protestantischen Werken gegenüber unterscheidet die Kapuziner signifikant von den im Mittelalter gegründeten Prälatenorden. In einigen Klöstern, so in Zug, Stans und Luzern, wurde die verbotene Literatur, eine geringe Zahl Publikationen, von den übrigen Büchern getrennt und ohne Katalogeintrag an einer unauffälligen Stelle aufbewahrt. Vereinzelten Konventualen waren sie nur zugänglich, wenn der Provinzialminister ihnen eine ausdrückliche Bewilligung zur Benutzung erteilt hatte. Das Verbot erstreckte sich wohlverstanden nicht auf alle Publikationen aus protestantischer Feder, z.B. nicht auf die bei Kapuzinern beliebte Literatur zur Landesgeschichte und zur Geographie.

Schlussbemerkungen

Damit bin ich beim letzten Teil meiner Ausführungen angelangt. Mit Nachdruck weise ich auf die Besonderheiten der einzelnen Kapuzinerbibliotheken hin. Die Individualität der kapuzinischen Büchersammlungen darf nicht durch ein einheitliches historiographisches Profil verschleiert werden. Schaut man genauer hin, begegnet in der Zusammensetzung der Buchbestände, wie angedeutet, eine Vielfalt von Werken, welche die Beschäftigung mit den Kapuzinerbibliotheken noch spannender macht und zu wichtigen Differenzierungen nötigt. Die Bibliothek des Kapuzinerklosters Innere Stadt in Wien, einer kaiserlichen Gründung, unterscheidet sich, um ein Extrembeispiel zu nennen, von der anderer städtischer Niederlassungen, mehr noch von der eines Klosters, das Seelsorgeaufgaben bei der Landbevölkerung erfüllte, beide wiederum sind verschieden von derjenigen eines Schulklosters, das vermehrt Publikationen zur theoretischen Theologie benötigte, im Unterschied zu einer Missionsbibliothek, wo man, wie in Olten, dem Zweck entsprechend, wieder andere Buchsegmente antrifft. War einem Kapuzinerkloster wie in Stans oder Appenzell ein Gymnasium angeschlossen, wurden Studenten- und Professorenbibliotheken eingerichtet, die einen weit höheren Anteil profanen Schrifttums aufwiesen als Klöster, in denen einzig Ordensleute ausgebildet wurden. Die Bibliothek am Sitz des Provinzials wiederum ist, trotz der erdrückenden Dominanz der Theologie, mehr als alle anderen Ordensbibliotheken auf Universalität ausgerichtet und weist einen Schwerpunkt im Kirchenrecht auf.

Indes sind die aufgezählten Bibliothekstypen nirgends rein vorhanden, da oft Aufgabenkombinationen vorkamen, die sich zudem im Laufe der Zeit ändern konnten. Auch geistliche Institutionen, die sich in der Umgebung von Kapuzinerklöstern befanden, zum Beispiel Nuntiaturen, sowie politische Kontexte,[12] in welche die Kapuzinerkonvente eingebunden waren, können die Zusammensetzung der Bibliotheken beeinflussen. Schließlich sind die in der Regel sehr kleinen Büchersammlungen der Kapuzinerinnenklöster kaum bekannt und folglich ein Forschungsdesiderat. Sie verdienen Beachtung wegen der muttersprachlichen aszetischen Literatur, wegen den Liturgica sowie allenfalls hinsichtlich der von Beichtigern im Frauenkloster hinterlassenen Werke. Die Kapuzinerinnen im schweizerisch-freiburgischen Montorge verfügen über einen Altbestand von rund 2000, zur Hälfte unkatalogisierten Bänden, eine für kapuzinische Frauenkonvente sehr große Büchersammlung.

Abschließend ist festzuhalten, dass die viersprachige Schweiz, wo in allen Sprachregionen Kapuzinerklöster oder, wie in Graubünden, wenigstens Hospize gegründet wurden, ein für ordensspezifisch vergleichende Bibliotheksforschungen verheißungsvolles Terrain darstellt. Die komparatistische Fragestellung möge aber auch transnational angelegte Projekte zur kapuzinischen Bibliotheksgeschichte anregen und fördern: Nahe läge das einigermaßen überblickbare Gebiet der Deutschschweiz, Süddeutschlands, Vorarlbergs und des Tirol. Manchmal halten utopisch erscheinende Vorwegnahmen die Wissenschaft am Leben.

Auswahlbibliographie zur Geschichte der Kapuzinerbibliotheken in Österreich, Südtirol und in der Schweiz

Abkürzungen

HHBCH: Handbuch der historischen Buchbestände in der Schweiz, hg. von der Zentralbibliothek Zürich: Bd. 1: Kantone Aargau bis Jura. Bearbeitet von Urs B. Leu, Hanspeter Marti und Jean-Luc Rouiller. Bd. 2: Kantone Luzern bis Thurgau. Bearbeitet von Urs B. Leu, Hanspeter Marti, Jean-Luc Rouiller, Veronica Carmine und Paola Costantini. Bd. 3: Kantone Uri bis Zürich. Register. Bearbeitet von Urs B. Leu, Hanspeter Marti und Jean-Luc Rouiller (Hildesheim-Zürich-New York 2011).

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Bibliographie

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Marti, Hanspeter, unter Mitarbeit von Verena Blaas, Bibliothek des Kapuzinerklosters Wesemlin, Luzern, in: HHBCH, Bd. 2, 22‒36.

Marti, Hanspeter, unter Mitarbeit von Thomas Marti, Bibliothek des ehemaligen Kapuzinerklosters und des Kapuzinermuseums in Sursee, in: HHBCH, Bd. 2, 99‒106.

Marti, Hanspeter, unter Mitarbeit von Karin Marti-Weissenbach, Bibliothek des ehemaligen Kapuzinerklosters Stans, in: HHBCH, Bd. 2, 168‒173.

Marti, Hanspeter, unter Mitarbeit von Verena Blaas, Bibliothek des ehemaligen Kapuzinerklosters Solothurn, in: HHBCH, Bd. 2, 340‒347.

Marti, Hanspeter, unter Mitarbeit von Verena Blaas, Bibliothek des ehemaligen Kapuzinerklosters Zug, in: HHBCH, Bd. 3, 212‒219.

Marti, Hanspeter, Schweizer Klosterbibliotheken im Blickfeld von Bibliotheksgeschichte und Kulturpolitik, in: Klosterbibliotheken in der Frühen Neuzeit. Süddeutschland, Österreich, Schweiz. Akten der Tagung des Wolfenbütteler Arbeitskreises für Bibliotheks-, Buch- und Mediengeschichte und der Stiftsbibliothek St. Gallen 28. bis 30. April 2011 (= Bibliothek und Wissenschaft 45, Wiesbaden 2012) 40‒55.

Massani, Manfred, Schweizer, Christian, Workshop „Schriftgut/Schrifttum bei den Brüdern Kapuzinern“. „Visitenkarten“ der Provinzarchive und –bibliotheken (Luzern-Innsbruck 2003).

Mittendorfer, Konstanze, Steiner Christoph, Salzburg 9: Bibliothek des Kapuzinerklosters. In, HHBÖ, Bd. 3, 330f.

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Oswald, Gertrud, Hartberg. Bibliothek des Kapuzinerklosters, in: HHBÖ, Bd. 4, 80‒82.

Peter Baptist von Salzburg OFMCap s. Zi(e)rler, Peter

Pichl, Robert, Wien 48: Bibliothek des Kapuzinerklosters Innere Stadt, in: HHBÖ, Bd. 2, 115‒119.

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Schmucki, Oktavian, Die Bibliothek des heiligen Fidelis von Sigmaringen vor seinem Ordenseintritt (1612), in: Clavis scientiae. Miscellanea di studi offerti a Isidoro Agudo da Villapadierna in occasione del suo 80° compleanno a cura di Vincenzo Criscuolo (Roma 1999) 437‒471.

Schmucki, Oktavian, Anleitung für Bibliothekare der schweizerischen Kapuzinerprovinz. Erlaß von Provinzialminister Kasimir Christen aus Andermatt (1901). Helvetia Franciscana 41/2 (2012) 219‒238.

Schmucki, Oktavian, Die Urbibliothek im Kapuzinerkloster Luzern ‒ Gestiftet 1585 von Ritter Kaspar Pfyffer, in: Dichtung ‒ Gelehrsamkeit ‒ Disputationskultur. Festschrift für Hanspeter Marti zum 65. Geburtstag. Hrsg. von Reimund B. Sdzuj, Robert Seidel und Bernd Zegowitz (Wien-Köln-Weimar 2012) 95‒120.

Schmucki, Oktavian, Sic orabitis. Offizielle Gebetssammlungen in der schweizerischen Kapuzinerprovinz (19. ‒ 20. Jahrhundert). Helvetia Franciscana 44 (2015) 77‒149.

Schmucki, Oktavian, Exemplare von Zeremonialien nördlicher Kapuzinerprovinzen in der Klosterbibliothek Wesemlin von Luzern. Collectanea Franciscana 86 (2016) 335‒343.

Schmucki, Ottaviano, Le biblioteche dei conventi cappuccini, in: Atti del 2° convegno di studi cappuccini Roma, 28-29-30 dicembre 1986. Per la storia dei conventi a cura di Mariano DʼAlatri. Roma 1987, 41‒66, hier 59 zum Katalog der Kapuzinerbibliothek Schwyz [Index Librariae seu Bibliothecae 1669].

Schweizer, Christian, Die Kapuzinerbibliotheken in Stans. Stanser Student 55/3 (1999) 2‒11.

Schweizer, Christian, Kapuziner-Bibliotheken in der Deutschschweiz und Romandie – Bibliothekslandschaften eines Reform-Bettelordens seit dem 16. Jahrhundert in der Schweiz nördlich der Alpen. Helvetia Franciscana 30/1 (2001) 63‒78.

Steiner, Christoph, Ried (Innkreis). Bibliothek des Kapuzinerklosters, in: HHBÖ, Bd. 3, 265‒267.

Zirler, Peter, Die Bibliotheken in der vorderösterreichischen Kapuziner-Provinz. Zentralblatt für Bibliothekswesen 27 (1910) 201‒215.

Zlabinger, Heinrich, Mittendorfer, Konstanze, Gmunden 2: Bibliothek des Kapuzinerklosters, in: HHBÖ, Bd. 3, 228f.

 



[1] Bearbeitung nach einem Vortrag, gehalten am 14.6.2016 im Zisterzienserinnenkloster Mariastern-Gwiggen bei der Jahrestagung der kirchlichen Bibliotheken.

[2] Das Verzeichnis der Sekundärliteratur zur Geschichte der Kapuzinerbibliotheken befindet sich am Schluss des Beitrags, die übrigen Publikationen werden in den Fußnoten nachgewiesen.

[3] Lexicon capuccinum. Promptuarium historico-bibliographicum ordinis fratrum minorum capuccinorum. 1525‒1950 (Roma 1951), Sp. 1350.

[4] Schweizerisches Inventar der Kulturgüter von nationaler Bedeutung. Kulturgüterschutzverzeichnis gemäss Haager Abkommen vom 14. Mai 1954 für den Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten. Ausgabe 2009. (Bern 2010).

[5] Die schweizerische Kapuzinerprovinz. Ihr Werden und Wirken. Festschrift zur vierten Jahrhundertfeier des Kapuzinerordens im Auftrag der Provinzoberen hrsg. von Dr. P. Magnus Künzle O.M.Cap. (Einsiedeln 1928). Darin: P. Erich Eberle, Unsere Mittelschulen und Konvikte (89‒116); P. Veit Gadient, Die Heranbildung der Ordenskleriker (117‒149); P. Leutfrid Signer, Pflege des Schrifttums in der Schweizer Provinz (337‒373).

[6] Regula und Testament sampt den Constitutionibus der Minderen Brüeder deß heyligen Francisci Ordens die Capucciner genandt (Innsbruck 1644) 67f. (Exemplar der Kapuzinerbibliothek Zug).

[7] Ebd., 75.

[8] Regula und Testament / sambt denen Constitutionibus der Mindern Brüder des heiligen Francisci Ordens / die Capuciner genannt (Pressburg 1735) (Exemplar der Kapuzinerbibliothek Zug). So heißt es über die Prediger, ebd., 85: „[…] weil der jenige / so Christum das wahre Buch deß Lebens nit zu lesen und nachzufolgen weiß / kein Lehr zu predigen hat: damit unsere Prediger in selbigem studieren / so wird ihnen befohlen / daß weil in Christo JEsu alle Schätz der Göttlichen Weiß= und Wissenheit seynd sie nit vil Bücher mit sich tragen: ihre nothwendige Bücher aber für gemein / und nit für besonder / und als aigen gehabt werden / inmassen allwegen unsers lieblichisten Vatters Intention und Meynung gewesen ist“. Zur schlichten Ausstattung der Bücher (ebd., 56): „Unsere Meß=Bücher / Brevier / und auch alle unsere Bücher / sollen nach der Armuth eingebunden / und ohne fürwitzige Register seyn.“

[9] Bei derartigen Angeboten ist die Dunkelziffer konkreter Provenienzen hoch, da in Antiquariatskatalogen eher selten die Herkunft der Bücher offengelegt wird. Umso verdienstvoller ist es im Interesse von Bibliotheks- und Buchhandelsgeschichte, wenn es geschieht: vgl. Intermezzo 51 (Erasmushaus Antiquariat, Basel), Nr. 30: Fernão Lopes de Castanheda: Warhafftige und volkomene Historia [deutsche Übersetzung aus dem Französischen über portugiesische Entdeckungsreisen]. [Oberursel] 1565 [Provenienz: Kapuzinerkloster Sursee]. Online: http://www.erasmushaus.ch/catalogues (14.9.2016).

[12] Daniel Sidler, „Habsburgische“ Jesuiten und „mailändische“ Kapuziner? Reformorden in den Aussenbeziehungen der katholischen Eidgenossenschaft (spätes 16. bis frühes 18. Jahrhundert), Schweizerische Zeitschrift für Geschichte 65 (2015) 353‒377 (Antagonismus von Spanien-Habsburg und Frankreich).

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